Kaufmännisches Berufskolleg Walther Rathenau, Duisburg
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Bildungsgang Schifffahrtskaufmann/Schifffahrtskauffrau (SK)

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Schifffahrtskaufleute organisieren Transporte von Gütern über die sogenannte Hohe See.

Mit der Hohen See ist Duisburg als größter Binnenhafen Europas bekanntlich indirekt durch den Rhein via Rotterdam verbunden. Duisburg zählt, bemessen am Güterversand, der per Seeschiff (Fluss-See-Schiff) nach Übersee geht, statistisch auch zu den größten Seehäfen Deutschlands.

Die ausschließlich auf Binnengewässern (Flüsse, Kanäle) fahrenden, sog. Binnenschiffe werden vornehmlich durch Speditionskaufleute eingesetzt und disponiert (Bildungsgang Kaufmann/Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung) und haben ihren Dachverband in Duisburg-Ruhrort (Bundesverband der Binnenschifffahrt e. V., http://www.bdbev.de).

Schifffahrtskaufleute hingegen werden ausgebildet, um über alle Meere, Küsten- und Binnengewässer Seeschiffe zu betreiben. Die Seekverkehrswirtschaft ist organisiert u. a. im VDR (Verband Deutscher Reeder, www.reederverband.de, der in Hamburg ansässig ist.

Neben Hamburg, Bremen/Bremerhaven, Leer (Niedersachsen), Kiel (Schleswig-Holstein) und Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) bildet Duisburg für Nordrhein-Westfalen die südlichste deutsche Berufsschule in der Ausbildung von Schifffahrtskaufleuten.

Schifffahrtskaufleute betreuen und beschäftigen Seeschiffe kaufmännisch in all den Unternehmen, die solche Schiffe besitzen, mieten, ausstatten oder einsetzen (Reedereien, Befrachtungsgesellschaften, Schiffsmakler und Schiffsagenturen. Die Mehrzahl der Ausbildungsplätze ist naturgemäß in den Seehäfen zu finden.

In Ausbildungsunternehmen in Duisburg, Düsseldorf oder Neuss (siehe Ausbildungspartner ) durchlaufen Auszubildende so verschiedene Abteilungen wie Befrachtung, Buchhaltung oder Klarierung. Letzteres meint die Betreuung von Schiffen im Hafen selbst, beim Hafenmeister oder die Erledigung von Zoll- und Meldeformalitäten. Dabei gehen die Schifffahrtskaufleute auch an Bord, besprechen mit Kapitänen die Ladevorgänge und -protokolle, koordinieren die Umschlagsarbeiten und überwachen den Weitertransport der Güter. Ob die Ware nun über den Wasser- oder über Landweg weiter transportiert wird, mit allen Verkehrsträgern müssen sich Schifffahrtskaufleute folglich auskennen.

Unterrichtet werden die Schifffahrtskaufleute in Duisburg als Landesfachklasse gemäß des Landeslehrplans NRW von 2004. Die typischerweise dreijährige Ausbildung umfasst neben den seespezifisch kaufmännischen Inhalten auch volkswirtschaftliche, allgemeinbetriebliche, rechtliche, finanzbuchhalterische, kostenrechnerische und datentechnische Kenntnisse und Fertigkeiten.

Die Anforderungen in dem Beruf setzen sehr solide Grundlagenkenntnisse voraus, so dass der Einstieg in diese Ausbildung meist nur Realschülern, Fachoberschülern und Abiturienten gelingt. Weil Englisch auch im internationalen Schiffsverkehr die Sprache ist, mit der die Verständigung erfolgt, sind gute Kenntnisse der Sprache für Schifffahrtskaufleute ein Muss. Wichtig ist auch, sich auf der Weltkarte auszukennen. Karl-Heinz Benke, Ausbildungsleiter bei RMS Duisburg, dazu: Bewerber sollten Kundenorientierung und "eine gesunde Portion Menschenverstand" mitbringen. "Wir brauchen weltoffene Mitarbeiter. Wir arbeiten schließlich mit Menschen aus ganz Europa zusammen." Auch ein Verständnis für Zahlen und hohe Einsatzbereitschaft sind in dem Beruf wichtig. Weil Schiffe 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche fahren, müssen Schifffahrtskaufleute häufig auch abends und am Wochenende arbeiten.

Nach der Ausbildung bieten sich Schifffahrtskaufleuten regelmäßig vorzügliche Perspektiven für ihre Waterkant-Belange auch im "binnenbords": hiesige Reedereivertretungen, Speditionen und internationale Logistikdienstleister suchen stets Kaufleute, die organisieren können und international erfahren sind. Die Berufsaussichten waren und sind folglich sehr gute.

Logistik ist eine Wachstumsbranche und die Verschiffung spielt eine immer wichtigere Rolle im Güterverkehr. Wer sich weiterbilden will, findet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die von der ortsnahen, berufsbegleitenden Fortbildung zum Verkehrsfachwirt, Betriebswirt der Fachrichtung Logistik (Bildungsgang Fachschule) bis hin Studium (Chartering and Shipping, Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre) an Fachhochschulen oder Universitäten: "Logistikunternehmen reißen sich um ausgebildete Schifffahrtskaufleute. Schifffahrtskaufmann ist also auf jeden Fall ein Beruf mit Zukunft", so Benke.

 

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